Authentic teacher authority teaching kid in nature

This post is also available in: English (Englisch)

Warum wir für eine kurze Zeit eine äußere Autorität brauchen, um unsere innere Autorität zu finden

Serie Teil 2: Warum brauche ich einen spirituellen Lehrer, wenn die Wahrheit in mir ist

In der letzten Folge der Serie ging es um die Frage “was bringt uns die Erleuchtung?”.
Ein Zitat daraus, an das ich anknüpfen möchte:

“Alleine ist man dem Zufall ausgesetzt und glücklichen Umständen. Es ist fraglich, ob man jemals an so tiefgründige Techniken und Wissen kommen würde, um den ganzen Weg in einer Lebenszeit zurückzulegen. Wenn man einen Lehrer hat, der selbst einen tiefen Grad an Selbstrealisation erlangt hat, ist dies jedoch greifbar. Die Schwierigkeit liegt allerdings darin, einen solchen Lehrer zu finden, denn nicht alles was glitzert ist auch wirklich Gold.”

Warum reagieren wir auf Autoritätsfiguren?

Die meisten von uns hatten nicht das Glück wirklich positive Autoritätsfiguren kennenzulernen. Wir hatten Lehrer in der Schule, die teilweise sinnloses Wissen in uns reingestopft haben und wurden mit guten Noten belohnt, wenn wir diesen Stoff aufgenommen haben. Wenn wir es nicht taten, wurden wir mit schlechten Noten betraft. Ein Hinterfragen der Sinnhaftigkeit des Stoffes oder des Systems wurde mit Kritik oder Ausschlüssen bestraft.

Von Kindheit an haben wir gelernt, dass wir unsere innere Wahrheit verleugnen müssen, um den Autoritäten in unserem Leben gerecht zu werden. Dies führt zu unaufgelösten inneren Konflikten, die wir lösen müssen, um nicht automatisch getriggert zu rebellieren, wenn wir die Möglichkeit haben, eine positive Führung in unserem Leben zu finden.

Andere unbewusste Reaktionsweisen der Ablehnung, entstehen, wenn wir uns der sozialen Programmierung durch unser Umfeld soweit angepasst haben, dass wir alles, was nicht dieser Norm entspricht automatisch ablehnen und verurteilen.

Verschiedene Generationen gehen unterschiedlich mit dem Thema Autoritäten um

Diese beiden Reaktionsweisen, das Anpassen an den Status Quo und das Rebellieren stimmen interessanterweise sehr genau mit zwei unterschiedlichen Generationen in unserer westlichen Gesellschaft überein. Eine davon ist die Gruppe der 15-35-jährigen und die andere, die eher angepasstere Gruppe der älteren Generation.  Die Übergänge sind jedoch fließend und es gibt in jeder Generation auch viele, die ganz anders sind.

Dennoch ist eine gewisse durchgängige Strömung in den Altersgruppen zu sehen. Diese Tendenz zur Rebellion der Jugend wurde schon in der Antike von Sokrates beschrieben und gilt bis heute. Sie ist kein Phänomen der heutigen Jugend, sondern der Jugend an sich.

Dies scheint ein natürlicher Teil der Evolution der Menschheit sowie des einzelnen Menschen zu sein. Ohne Transformation und Veränderung wären Evolution und Wachstum über die bekannten Grenzen hinaus nicht möglich. Bewegung ist notwendig, um Dinge voranzubringen.

Meine persönliche Beobachtung ist, dass vielleicht 50% der jüngeren Generationen jeweils sehr bewusst sind und alte Muster in der Gesellschaft hinterfragen, 50% sind eher angepasst oder lenken sich mit eher oberflächlichen Vergnügungen ab. Wenn diese jungen bewussten Rebellen einer Generation jedoch älter werden, passt sich ein gewisser Prozentsatz wieder dem Mainstream an, sobald sie sesshafter werden, Familien gegründet haben und sich im Berufsleben etabliert haben. Dadurch sind in den älteren Generation weniger gesellschaftliche Erneuerer aktiv. Vielleicht nur noch 10-20%. Der Rest ist eingeschlafen und hat sich dem Dogma der Gesellschaft angepasst.

Der Umgang mit Autoritäten in den älteren Generationen

Die älteren Generationen sind meist so programmiert, dass sie Autoritäten akzeptieren, allerdings nur diejenigen, die der Programmierung der breiten Gesellschaft entsprechen. Wir finden das auch wissenschaftlich unter dem Prinzip der “Crab-Mentality” beschrieben https://en.wikipedia.org/wiki/Crab_mentality

Dies führt dazu, dass allgemein akzeptierte Normen und Autoritätsformen verteidigt werden, auch wenn sie eigentlich schädlich wirken.

Besonders ausgeprägt ist dies in dogmatischen Religionen zu finden. Ein Beispiel dafür wäre eine kirchliche Dorfgemeinschaft, deren Mitglieder schlecht über andere reden, die nicht dem Dogma folgen, selbst wenn diese im Alltagsleben vielleicht mehr christliche Werte in den Ausdruck bringen mögen, wie Mitgefühl und Hilfsbereitschaft und Offenheit, als die Menschen, die in der dogmatischen Autorität einer Religion eine Gruppenzugehörigkeit gefunden haben.

Heftigere Beispiele sind die Hexenverfolgungen des Mittelalters. Menschen, die zum Teil als Heiler, Hebammen und Weise viel Gutes bewirkt haben, wurden verraten, gefoltert und auf grausame Art getötet, weil sie sich nicht dem geforderten Dogma und der Autorität gefügt haben, sondern ihrer eigenen Überzeugung gefolgt sind.

Der Umgang mit Autoritäten in der Millennial-Generation

Diese Gruppe, die als Reaktionsweise eher in die Rebellion gegen unangemessene Autorität gegangen ist, kann man heute vielleicht am ehesten mit den bewussteren Menschen der Altersgruppe der Millennials vergleichen. Bewusstere Millennials weigern sich meist eher den alten Glaubenssätzen zu folgen, die unsere Gesellschaft in die heutige Lage gebracht haben.

Das ist eine gute Entwicklung, die zu einer wichtigen Hinterfragung des Status Quo, der unsere Umwelt zerstört, geführt hat. Es ist jedoch wichtig, die Unterscheidungsfähigkeit zu nutzen. Wenn man diese Rebellion als Reaktionsmuster automatisiert hat, richtet man sich unbewusst auch schnell gegen unterstützende Autoritäten. Diese könnten jedoch benötigtes einzigartiges Wissen bringen, das anderweitig nicht leicht verfügbar ist.

Wichtig dabei ist auch Autorität nicht automatisch gleichzusetzen mit autoritärer Führung oder Dogmatismus. Gesunde Autorität ist eine Führung, durch Guides, die aufgrund ihres einzigartigen Wissens und ihrer Integrität von uns selbst ausgesucht wurden. Gesunde Autoritäten können einer Gruppe Struktur geben, damit die Individuen darin sich entwickeln können, ohne in Chaos zu verfallen.

Wie können wir alte Weisheit bewahren und falsche Normen ablegen?

Wir müssen alte unwahre Normen niederreißen, die wir über Generationen aufgebaut haben. Aber wir sollten die Weisheit aus den zeitlosen Quellen außergewöhnlicher spiritueller Traditionen nicht zurückweisen, die auf wahrer Selbstmeisterschaft beruhen. Wenn dieses Wissen verloren geht, haben wir auch die erprobten und verfügbaren Mittel verloren, um schnell und effektiv zu erwachen.

Heute möchten wir uns nicht mehr von Autoritäten dominieren lassen, die im Widerspruch zu unserem inneren Gefühl für Wahrheit stehen. Wir müssen lernen unsere eigene Autorität zu sein. Aber wenn wir in uns selbst keinen Boden der Einheit darin erschaffen haben, erzeugen wir Chaos statt Ordnung. Wir verwechseln dann die Vorstellungen eines von Illusionen geprägten unerleuchteten Verstandes mit der Wahrheit. Wir benötigen Zugang zu einer Wahrheit, die jenseits unserer begrenzten Vorstellungen liegt und in jedem Moment weiß, was im Einklang mit dem höchsten Wohl aller ist.

Wenn wir diese Art von Einheit finden und von dort handeln, spielen wir unseren Teil im großen göttlichen Orchester. Wir bewegen uns dann im Einklang mit unserer innersten Autorität, die im Einklang mit allem ist. Wie ein anmutiger Vogelschwarm, der sich als ein Wesen bewegt. Dies bringt das höchste Potenzial hervor. Überall und in jedem Moment.

Wir müssen lernen, uns wieder mit dieser Kraft des einen Selbst zu verbinden, die eins ist mit unserem authentischsten Ausdruck. Wenn wir diese Art von Authentizität besitzen, bringen wir die höchste Ordnung und Heilung in den Ausdruck. Für uns selbst und alles, was wir mit unserem Sein berühren. Alles, was wir tun, steht dann im Einklang mit dem höchsten Wohl des Ganzen.

Von alten Mustern zu neuem Bewusstsein

Um in diesen Seins-Zustand zu kommen, müssen wir erst lernen unsere Programmierungen wahrzunehmen. Dann können wir eine bewusste Unterscheidung treffen, zwischen dem was wahr ist und dem was unwahr ist.

Um das Wissen zum Freilegen der Einheit in sich zu erhalten, ist es gut einen weisen Guide zu haben. Einen Guide, der den Weg kennt. Für kurze Zeit, müssen wir die Hilfe einer Autorität im Außen nutzen, die uns den Weg nach Innen zeigen kann.

Ein guter Lehrer kann uns Wissen und Techniken geben, die uns helfen unsere eigene innere Klarheit zu finden. Diese Klarheit können wir nur schwer alleine finden, weil wir so viele alte Schichten von Staub auf unserer Linse haben.

Wenn diese Linse wieder rein ist und wir in unserer Meisterschaft stehen, haben wir unsere wahre innere Autorität gefunden und können anderen den Weg dorthin zeigen. Das ist der Segen einer alten Tradition, in der das Wissen von einem heute lebenden Meister oder Meisterin an die Schüler weitergegeben wird. Und nur, wenn diese Schüler ebenfalls ihre Wurzeln im ewiglichen Feld der Wahrheit gefunden haben, geben auch sie das Wissen auf die reinste Art weiter. So kann Wissen lebendig erhalten werden. Es ist die einzige Möglichkeit, um die Verzerrung von Wissen zu verhindern, die so viele einst machtvolle Lehren spiritueller Meister zerstört hat. Die Fortführung von Wissen von einem lebenden Meister an Schüler, die ebenso in einer Lebenszeit in ihr Erwachen geführt werden, ist der einzige echte Schutz um heiliges Wissen für zukünftige Generationen zu erhalten.

Das Wissen von Aaravindha Himadra und der Amartya-Tradition

Ich habe so eine echte Linie von Wissen in der Amartya Tradition gefunden, dem Surah Parampara und meinem Lehrer Aaravindha Himadra. Diese Tradition hat Wissen zur Selbstmeisterschaft über Jahrtausende im Himalaya bewahrt und vor der Dogmatisierung geschützt. Das Wissen und die Techniken, die Aaravindha in der modernen Welt anbietet, stellen den effektivsten und eloquentesten Weg zum Selbst dar, den ich auf dieser Welt finden konnte
Ich bin sehr dankbar, dass ich mich von meiner Rebellion gegen falsche Autorität nicht habe hindern lassen, einen Lehrer anzunehmen. Ich habe dadurch eine gesunde und nahrhafte Quelle finden können. Wir sind alle eins, daher ist dieser äußere Lehrer ein Teil von mir, den ich eine Weile lang als getrennt von mir Träume, um meinen Weg von außen nach innen leichter zu finden.

Wenn du Fragen zu diesem Thema hast oder der Artikel eine Inspiration für dich war, würde ich mich freuen, wenn du einen Kommentar hinterlässt! Let’s have a chat!

Wenn dich dieser Artikel inspiriert hat, möchte ich dich einladen Teil 3 dieser Serie zu lesen, in dem wir über die Vorteile eines spirituellen Lehrers sprechen.

Wenn du nicht alle Teile der Serie gelesen hast, kannst du das hier nachholen:

Erster Teil: Von Yoga zur Erleuchtung

Zweiter Teil: Warum wir für eine kurze Zeit eine Autorität im Außen benötigen

Dritter Teil: Was ist der Vorteil einen guten spirituellen Lehrer zu haben

Vierter Teil: Wie kann ich einen guten Guru von einem schlechten unterscheiden?

Follow

About the Author

Aiyanna Diyamayi is an authorized Paramahamsa Sambodha-Teacher trained by Aaravindha Himadra. More at aiyannadiyamayi.com and aaravindha.com

>